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RETTUNG Luke & Lion 

23.10.2019

Wie wir es geschafft haben, diese beiden Schätzchen in letzter Minute zu retten

In Kambodscha wagte sich unser Team in ein Gebiet, von dem wir Berichte über Hundeschlachthöfe erhalten hatten. Diese Schlachthöfe dienen als Hauptlieferanten für die über 100 Hundefleischrestaurants in Phnom Penh, der Hauptstadt Kambodschas. Wir haben recht schnell den ersten Schlachthof gefunden, der sich hinter einer Zahnklinik befand. Leider kamen wir eine Stunde zu spät an. Es gab keine Anzeichen von lebenden Hunden, nur leere, rostige Käfige auf dem Grundstück verteilt, wo gerade noch Hunde gehalten worden waren. Ein stechender Geruch nach Kot und Blut lag nach den jüngsten Tötungen des Tages in der Luft. Als wir das Grundstück erkundeten, fanden wir eine Grube, die ungefähr einen Meter tief in den Boden gegraben und mit schmutzigem Wasser gefüllt war. Sie wurde verwendet, um Hunde in Käfigen zu ertränken. Als wir ankamen, waren die Hunde bereits für diesen Tag getötet und ihre Kadaver nach Phnom Penh verschifft worden. Durch Nachfragen in der Zahnarztpraxis nebenan erfuhren wir, dass täglich ca. 50 bis 80 Hunde zur Tötung in den Schlachthof gebracht werden.

Es dauerte nicht lange, bis wir einen zweiten derartigen Schlachthof fanden, der sich etwas weiter unten an der Straße befand. Wir parkten das Auto an der Hauptstraße und gingen eine staubige Einfahrt hinunter, wo wir unseren Augen nicht trauten. Vor uns stand ein großer Hundefleischbetrieb, der Haltungsbereiche, Schlacht- und Verarbeitungsanlagen umfasste, sowie einen Lastwagen, der gerade Eis ablud, mit dem die Körper der geschlachteten Hunde gekühlt wurden.

Der Schrecken des Ortes war unbeschreiblich. Es gab einen großen permanenten Metallkäfig mit dicken Stäben, die am Zementboden festgeschraubt waren, und in dem bis zu 100 Hunde hineingepfercht werden konnten. Scheinbar wurden hier die Neuankömmlinge untergebracht, die darauf warteten, getötet zu werden. Der übliche Vorgang ist, dass die Tiere oft tagelang ohne Futter oder Wasser ausharren, während sie zusehen müssen, wie andere Hunde getötet werden. Im großen Käfig waren die Hunde in einem erschreckenden Zustand. Viele waren schwer verletzt, kaum am Leben und hatten offene Wunden. Ein Hund hatte ein gebrochenes Kiefer, das einfach lose von seinem Kopf herunterhing.  Trotz massiver Schmerzen versuchte er immer noch, einen anderen Hund zu säubern.

Es gab auch kleinere Käfige, die ausschließlich zum Ertränken verwendet wurden. Die kleineren Käfige wurden verwendet, um Hunde in die Ertränkungsgrube zu senken, die sich im hinteren Teil des Grundstücks befand. Um Hunde aus dem größeren Käfig in die kleineren Ertränkungskäfige zu überführen, wurde ein kleiner Käfig neben dem Großen platziert und hier eine kleine Tür geöffnet, so dass die Hunde in den kleineren Käfig hineinlaufen konnten. Oft waren die Hunde so verängstigt, dass sie es nicht wagten, sich zu bewegen. Um die Hunde in den kleineren Käfig zu zwingen, wurde eine schwere Metallstange durch die Oberseite des großen Käfigs gestoßen. Hunde, die sich weigerten, sich zu bewegen, wurden mit der großen Stange geschlagen.

Sobald die kleineren Käfige mit jeweils bis zu 15 Hunden gefüllt waren, wurden sie in die Ertränkungsgrube gesenkt. Die Hunde schlugen im Wasser bis zu fünf Minuten lang um sich, verzweifelt nach Luft schnappend. Aber kein Hund überlebte. Nach ca. 10 bis 15 Minuten wurden die Käfige aus dem Wasser gehoben, dann wurden die Hunde in einen großen Topf mit kochendem Wasser gegeben, um anschließend ihr Fell abschaben zu können.

Die Hunde in den Käfigen waren schwer traumatisiert, knurrten und griffen sich gegenseitig an, als sie verzweifelt versuchten aus den Käfigen zu entkommen. Die Geräusche waren herzzerreißend und der Anblick grauenhaft. Viele der Hunde waren offensichtlich gestohlene Haustiere, sie waren gepflegt und trugen immer noch ihre Halsbänder. Wir erkundigten uns nach der Herkunft der Hunde und erfuhren, dass sie in einem LKW aus der Region Siem Reap, einer sechsstündigen Fahrt in Richtung Norden, hertransportiert wurden.

Wir haben lange Zeit mit den Besitzern der Schlachtanlage verhandelt, um die Hunde vor Ort retten zu können. Sie waren jedoch über unsere Anwesenheit verärgert, da sie befürchteten, dass wir ihren Betrieb der Öffentlichkeit und den Behörden bekannt machen würden. Uns wurde zugesagt zwei Hunde mitnehmen zu dürfen, und wir mussten die herzzerreißende Entscheidung treffen, welche Tiere wir nehmen sollten – im Wissen, dass die anderen eines schrecklichen Todes sterben würden. Wir beschlossen einen Welpen mitzunehmen, der verzweifelt weinte und versuchte aus dem Käfig zu entkommen, sowie einen Hund, der offensichtlich jemandes Haustier war, in der Hoffnung, dass wir für beide ein gutes Zuhause finden würden.

Die beiden Hunde wurden aus den Käfigen entfernt und wir brachten sie schnell in Sicherheit. Die zwei Welpen konnten einfach nicht glauben, was geschah. Welpe Luke war von der ganzen Tortur dermaßen erschöpft, dass er nur wenige Minuten nachdem wir wieder im Auto saßen, auf unseren Schößen einschlief. Etwas, was er vermutlich seit Tagen nicht konnte.

Der andere Hund, den wir später Lion nannten, war von der ganzen Erfahrung schwer traumatisiert und befand sich im Schockzustand. 
Er wollte nicht einschlafen und kämpfte darum, die Augen offen zu halten. Schließlich überwältigte ihn die Erschöpfung und er schlief auf halbem Weg zur Klinik ein.

Nach einer ca. einstündigen Fahrt erreichten wir unsere Partnerklinik, Animal Rescue Cambodia. Bald nach der Rettung wurde für jeden Hund eine Adoption vereinbart, damit sich die Tiere in einer häuslichen Umgebung erholen konnten. Bevor er adoptiert wurde, badeten wir Lion gründlich, da er schmutzig und sein Fell von Urin und Kot bedeckt war. Er war immer noch sehr traumatisiert und wir beschlossen, ihn ein paar Tage in der Klinik zu behalten, um ihm Zeit und Raum zu geben, sich vor der Aufnahme in sein neues Heim mental zu stabilisieren.

Welpe Luke wurde von unserer VIER PFOTEN Fotografenin adoptiert. Er hat seine schrecklichen Erfahrungen viel schneller vergessen, und sprang bereits am nächsten Tag herum wie jeder normale, fröhliche Welpe.

Lion wurde von der Mutter unseres Fahrers adoptiert. Sie ist eine sehr fürsorgliche Frau, die Hunde liebt, und sich jetzt um Lion bei sich zuhause in Phnom Penh kümmert.

STOPPEN SIE DEN HUNDEFLEISCHHANDEL!

Luke und Lion sind seltene Ausnahmen. Wir brauchen 1.000.000 Unterschriften, um diesen skandalösen Handel beenden zu können.

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