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wo die Grausamkeit geschieht

8.8.2019

Hunde- und Katzenfleisch steht in mehreren Ländern Südostasiens auf der Speisekarte

In den letzten Jahren hat VIER PFOTEN seinen Radius nach Südostasien ausgedehnt, was uns nun die Möglichkeit gibt, den Kampf gegen diesen abscheulichen Handel aufzunehmen. Mit unserem Partnernetzwerk lokaler Hilfsorganisationen in der Region (Kambodscha, Thailand, Vietnam und Indonesien) haben wir die Möglichkeit Änderungen herbeizuführen, die den brutalen Handel mit Hunde- und Katzenfleisch in Südostasien beenden können.

Hier erhalten Sie einen Überblick über die Situation der einzelnen Länder in Bezug auf Hunde- und Katzenfleisch.

Kambodscha

Trotz der Tatsache, dass der Hundefleischhandel jährlich bis zu drei Millionen Hunden das Leben kostet, hat der Handel in Kambodscha in den letzten Jahren im Vergleich zum benachbarten Vietnam wenig Aufmerksamkeit erhalten. In Kambodscha wird Hundefleisch „besonderes Fleisch“ genannt und wird häufig bei gesellschaftlichen Zusammenkünften mit Bier oder Reiswein konsumiert. Die Motivationen für den Verzehr von Hundefleisch sind unterschiedlich. Neben dem Konsum von Hunde- und Katzenfleisch bei gesellschaftlichen Anlässen glauben viele, dass Hundefleisch medizinische Eigenschaften hat: von der Steigerung der Potenz bis hin zum Warmhalten des Körpers während der kälteren Monate in Kambodscha. Laut einer von VIER PFOTEN durchgeführten Marktforschungsstudie gaben insgesamt schockierende 53,6 % der Befragten an, zu irgendeinem Zeitpunkt in ihrem Leben Hundefleisch gegessen zu haben (72,4 % Männer und 34,8 % Frauen). In der Hauptstadt Phnom Penh haben VIER-PFOTEN-Ermittlerinsgesamt 110 Hundefleischrestaurants besucht, von denen die meisten in den letzten zwei Jahren gegründet wurden – ein Zeichen dass der Handel weiter wächst.

Zusammen mit der lokalen Hilfsorganisation Animal Rescue Cambodia leitet VIER PFOTEN das „Saving-Pagoda-Animals-Progamm“ zur Rettung von bei Tempeln ausgesetzten Tieren. Das Programm konzentriert sich darauf Tieren in Pagoden (Tempeln) in und um die Hauptstadt Phnom Penh zu helfen. Buddhistische Pagoden sind häufig die Müllhalde für unerwünschte Tiere, in vielen Tempelanlagen leben verlassene Hunde und Katzen. VIER PFOTEN und Animal Rescue Cambodia helfen den Pagodentieren indem sie Futter bereitstellen, tierärztliche Versorgung organisieren und die Mönche und deren Personal darin ausbilden, die Tiere richtig zu versorgen. Leider sind Pagoden auch das Jagdrevier für Hunde- und Katzendiebe, die auf dem Gelände der Pagoden lebende Tiere für den Hunde- und Katzenfleischhandel stehlen.

Vietnam

Schätzungen zufolge werden in Vietnam jedes Jahr bis zu fünf Millionen Hunde wegen ihres Fleisches auf brutale Weise gehandelt und getötet. Die stetig steigende Nachfrage hat die Zulieferer gezwungen ihr Revier zu erweitern, über die Dörfer hinaus, wo traditionell Hunde eingesammelt wurden, in die Städte im ganzen Land. Das Entführen von Streunern und Haustieren ist mittlerweile so verbreitet, dass Diebe immer häufiger von wütenden Tierbesitzern physisch angegriffen werden. In Vietnam ist Hundefleisch mit regionalen Ausbrüchen von Trichinose, Cholera und Tollwut beim Menschen in Verbindung gebracht worden. Während der Handel mit Hundefleisch häufig als „Tradition“ verteidigt wird, hat er in Wirklichkeit erhebliche gesundheitliche und gesellschaftliche Auswirkungen, die in Vietnam und auf internationaler Ebene immer größere Besorgnis erregen.

Katzenfleisch, das gemeinhin als „kleiner Tiger“ bezeichnet wird, wird in Restaurants in Vietnam, besonders im Norden, immer beliebter, findet jedoch in der internationalen und lokalen Presse weitaus weniger Beachtung. Die Zahl der Katzen, die jedes Jahr in Vietnam gehandelt werden, ist unbekannt, liegt aber höchstwahrscheinlich bei mehreren Millionen. Für Katzen in dieser Industrie gibt es ähnliche Tierschutzbedenken wie für Hunde. 

Zusammen mit den lokalen Hilfsorganisationen Vietnam Cat Welfare und PAWS for Compassion betreibt VIER PFOTEN ein einzigartiges Programm in Zentralvietnam: „Cats Matter Too“. Das Programm hat einen menschlichen Umgang mit der Streunerpopulation in Vietnam zum Ziel und arbeitet daran die Tiere vor dem Katzenfleischhandel zu bewahren, indem lokalen Gemeinschaften beigebracht wird, wie sie nachts ihre Katzen schützen können. Darüber hinaus werden die Grausamkeiten im Handel untersucht und dokumentiert sowie Katzen, die für den Handel gestohlen wurden, gerettet.

VIER PFOTEN ist auch Mitglied der Asia Canine Protection Alliance (ACPA), ein Bündnis internationaler Tierschutzorganisationen, die sich auf die Bekämpfung des Hundefleischhandels in Vietnam konzentriert. ACPA arbeitet an verschiedenen Initiativen, um den Handel mit Hundefleisch zu dokumentieren und setzt auf Zusammenarbeit mit der Regierung im Hinblick auf die Beendigung des Handels.

Indonesien

Schätzungen zufolge werden in Indonesien jedes Jahr über eine Million Hunde und Hunderttausende Katzen ihres Fleisches wegen gehandelt. Tollwutpositive Hunde werden landesweit verlagert, um die dicht besiedelten Städte zu beliefern, die häufig „Hot Spots“ für den Verzehr von Hundefleisch sind. Dabei kommen diese Tiere auch in Gebiete, die hart dafür gearbeitet haben tollwutfrei zu werden, wie zum Beispiel die Hauptstadt Jakarta.  Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat den Handel mit Hundefleisch ausdrücklich als einen Faktor hervorgehoben, der zur Ausbreitung der Tollwut in Indonesien beiträgt – eine tödliche Krankheit, die verheerende Auswirkungen auf die Gesundheit von Mensch und Tier hat.

Obwohl Hundefleisch nur von einer Minderheit der Indonesier konsumiert wird – schätzungsweise weniger als 7 % im ganzen Land und weniger als 1% in Jakarta – und nur ein winziger Teil der Gesellschaft vom Handel als Haupteinkommensquelle abhängig ist, bedroht er die Gesundheit und die Sicherheit der gesamten Nation. Wenn Indonesien sein Ziel, die Tollwut bis 2020 zu beseitigen, erreichen will, müssen Regierung und alle gesellschaftlichen Kräfte dringend handeln.

VIER PFOTEN ist ein führendes Mitglied der Koalition Dog Meat Free Indonesia (DMFI). DMFI arbeitet an verschiedenen Initiativen, um den Handel mit Hundefleisch in Indonesien zu beenden, und betreibt Kampagnen, Nachforschungen und Untersuchungen. Durch Lobbyarbeit bei der Regierung und lokalen Entscheidungsträgern wird versucht, eine Veränderung zu erreichen. In Indonesien unterzeichnet VIER PFOTEN derzeit einen Partnerschaftsvertrag mit der Hilfsorganisation Jakarta Animal Aid Network (JAAN) mit dem Ziel die Einrichtung einer Online-Plattform für Tierschutzerziehung zu unterstützen. Im Mittelpunkt steht die Aufklärung von Schulkindern über den verantwortungsvollen Umgang mit Haustieren, die Fürsorge für streunende Tiere und die Gefahren des Hundefleischhandels. Zudem unterhält VIER PFOTEN gemeinsam mit der lokalen Gruppe Pro Natura in Balikpapan ein Programm für streunende Tiere (Stray Animal Care, SAC) im Rahmen dessen streunende Katzen und Hauskatzen kastriert werden, sowie der verantwortungsvolle Umgang mit Haustieren gefördert wird.  

Unsere Vision 

Unsere Vision ist es, den Handel mit Hunde- und Katzenfleisch in Südostasien (Kambodscha, Vietnam und Indonesien) bis 2030 zu beenden. Unsere endgültigen Ziele sind:

  • dass Hunde und Katzen nicht ihres Fleisches wegen gestohlen und gehandelt werden.
  • dass die Öffentlichkeit und die Regierungen verstehen, dass Hundefleisch ein Risiko für die Kontrolle von Tollwut darstellt.
  • dass sich Gemeinschaften gegen den Diebstahl von Haustieren und den Handel wehren.
  • dass die Nachfrage für Hunde- und Katzenfleisch beendet wird.

Der Handel mit Hunde- und Katzenfleisch ist der ultimative Verrat an Tieren, die treue Begleiter vieler Menschen sind. Wir wollen das unvorstellbare Leid von Millionen von Tieren beenden, aber wir brauchen Ihre Hilfe. 

Gemeinsam

 können wir gegen diesen grausamen Handel kämpfen und ihn für immer beenden!

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